Programm

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Programm2019-07-09T07:02:21+00:00

7.-8.7., 19:00 Uhr

Karl Ditters von Dittersdorf: Il tribunale di Giove (Berlin 1775)

Neuzeitliche Premiere einer klassizistischen Serenade

Die Serenade hatte ihre Premiere im Rahmen der Geburtstagsfeier des preußischen Königs Friedrichs II. des Großen, am 24. Januar 1775. Im Prolog reißt die allegorische Gestalt des Genius Europa in Begleitung der Zeit den Schleier des Schicksals herunter und fragte es, wer den Kontinent regieren soll, um Wohlstand und Frieden zu gewährleisten. Das Schicksal verweist auf den Beschluss von Jupiter selbst und schickt sie auf den Olymp. In dem eigentlichen Einakter, der Serenade, tragen die Götter Apollo, Minerva, Mars und Fortuna mit der Unterstützung ihrer Chöre vereinzelt unterschiedliche Konzepte der Europäischen Union vor. Jupiter kündigt schließlich an, dass er schon einen Menschen hat, der die Vorzüge aller Götterrivalen verbindet: dies ist eben der jubilierende preußische König.

Die handschriftliche Partitur ist im Royal College of Music im London mit dem Entstehungsdatum 1774 erhalten. Diese Jahreszahl wird auch anlässlich der Vorstellung der Serenade auf dem Johannesberg angeführt. Möglicherweise handelte es sich um eine gewisse Hausprobe oder Vorpremiere, wie es die Autobiographie von Ditters bei anderen Werken bezeugt.

Schauspieler Cast

Lucie Kaňková, Kristýna Vylíčilová, Monika Jägerová, Leandro Lafont, Jakub Rousek
režie Tomáš Hanzlík

Tickets

7. 7. 2019
8. 7. 2019

9. – 12. 7., 19:00 Uhr

Tomáš Hanzlík: Piramo e Tisbe (Olomouc/Olmütz 1712) Premiere

Tomáš Hanzlík: Endymio (Kroměříž/Kremsier 1727)

Zwei Neobarockopern

Von den beiden Opern, die ursprünglich dem Olmützer Bischof Wolfgang Hannibal von Schrattenbach gewidmet wurden, wurden nur die Libretti erhalten.

Die erste behandelt die tragische Geschichte von einem jungen Liebespaar, dem die Eltern die Liebe verwehren. In der Nacht überrascht Thisbe eine Löwin an einem geheimen Treffpunkt bei einer Quelle. Bei der Flucht verliert sie ihren Schleier, den die Löwin mit ihrer vom Blut eines soeben erlegten Stiers befleckten Tatze zerreißt. Pyramos begeht im Glauben, dass seine Liebe verstorben ist, Selbstmord. Als Thisbe nach seiner Rückkehr seinen tragischen Irrtum einsieht, stürzt sie sich in dasselbe Schwert. Das Blut der Beiden bespritzt die Früchte des Maulbeerbaums, die seitdem eine purpurne Farbe haben ebenso wie die durch den Bischof erwartete purpurne Kardinalsrobe. Piramo e Tisbe ist die erste belegte Oper, die sich in Mähren abspielt. Sie wurde anlässlich der feierlichen Bischofsweihe von Wolfgang Hannibal von Schrattenbach komponiert. Die Autoren des Werks waren Salzburger Künstler: Librettist Francesco Maria Raffaelini, Autor der Musik war der Komponist des dortigen Erzbischofs Matthias Sigismund Biechteler. Die ursprüngliche Geschichte des Liebespaars, bekannt aus den Metamorphosen von Ovid, wird als Gleichnis des Bundes, der das edle Herz des Bischofs mit seiner neuen Residenzstadt verbindet, verwendet. Olomouc wird als Himmel gezeichnet, an dem die Person des neuen Bischofs als Sonne glänzt. Die Früchte des Maulbeerbaums, welche das Blut des unglücklichen Liebespaars bespritzt und die seitdem eine purpurne Farbe haben, verweisen zugleich auf die Farbe der durch den Bischof erwarteten Purpurrobe des Kardinals. Von der Oper wurde nur das italienische Libretto erhalten, dass Hanzlík mit einigen lateinischen Teilen des ursprünglichen Texts von Ovid ergänzt hat.

Der Konflikt des Mythus über Endymion besteht in seiner Schönheit. Die problematische Liebe, die bei allen nach und nach erwacht, lehnt er jedoch ab und nimmt lieber den ewigen Schlaf an, der ihm hingegen Unsterblichkeit garantiert. Auch dieses Gleichnis über die unsterbliche Schönheit der Kunst war ein Verweis auf die ästhetischen Präferenzen des Olmützer Bischofs. Die Oper hatte ihre Premiere anlässlich des Geburtstags des Bischofs und Autor der verlorenen Musik und des Librettos waren der Komponist des Piaristenordens P. David Kopecký und S. Joanne.

Schauspieler Cast

Markéta Israel Večeřová, Vincenc Ignác Novotný, Jiří Poláček, Vojtěch Pačák, Stefan Kunath, Eliška Zajícová
Regie: Tomáš Hanzlík

Tickets

9. 7. 2019
10. 7. 2019
11. 7. 2019
12. 7. 2019

13.-16.7., 19:00 Uhr

František Antonín Míča: Zpívané rozjímání / Abgesungene Betrachtungen (Jaroměřice nad Rokytnou/Jarmeritz 1727)

Szenisches Oratorium und zeitgenössische Predigt in barockem Tschechisch

Das einzige erhaltene Oratorium von Míča, komponiert für den Grafen Questenberg, behandelt ursprünglich einen deutschen Text. Es gibt freilich eine zeitgenössische tschechische Übersetzung, in der das Werk bislang noch nicht erklungen ist. Es wurde vor der Kulisse einer Grabeskriche durch die allegorischen Figuren der Barmherzigkeit, der Seele und des Sünders, die sich mit dem Opfer Christi auseinandersetzen, der sie zur Nachfolge und zum Verstoßen alles Weltlichen auffordert, aufgeführt.

Im ersten Teil des Abends erklingt auch die neuzeitliche Premiere des Konzerts für Cembalo von Josef Antonín Štěpán und eine zeitgenössische Predigt von Pavel Josef Axlar, die als Melodram konzipiert ist.

Schauspieler Cast

Zuzana Kopřivová, Zuzana Petrasová, Vladimír Šlepec, Michal Marhold
režie Tomáš Hanzlík

Tickets

13. 7. 2019
14. 7. 2019
15. 7. 2019
16. 7. 2019

17.-20. 7., 21:00 Uhr

Johann Heinrich Schmelzer: Le Veglie ossequiose (Laxenburg 1679)

Johann Heinrich Schmelzer: Die sieben Alter stimben zu samben (Prag 1680)

Neuzeitliche Weltpremiere von zwei Barockserenaden

Die erste Serenade wurde anlässlich des Geburtstags des österreichischen Kaisers Leopold I. komponiert, den er am 9. Juni feierte. Die Aufführung fand auf dem Schloss Laxenburg auf der Oberfläche des Wassergrabens im Schlossgarten statt. Autor des Textes war der kaiserliche Hofdichter Nicolò Minato. Im Werk treten insgesamt fünf Figuren – Allegorien – auf: Fortuna, Virtù, Giubilio, Piacere und Il silentio notturno. Des Kaisers Tugenden vergleichen die Figuren mit dem unendlichen Meer und betonen zugleich die Notwendigkeit der Wachsamkeit bei der Schifffahrt auf demselben.
Das zweite Werk wurde am Abend des 18. Januars am Geburtstag der österreichischen Erzherzogin Maria Antonia aufgeführt. Bei der Verfassung des Textes ging der Librettist Johann Albrecht Rudolph von Ptolemäus von der Gliederung des menschlichen Lebens in sieben Etappen aus. Die Kindheit feiert die Schönheit der Erzherzogin und stellt sie über die der Venus. Die Zeit erhält die Schönheit für die Ewigkeit. Alle Gestalten versichern, dass sie der Erzherzogin folgen und ihr treu bleiben werden. Es rühmen sie auch der Scharfsinn und die Tugend. Das Erwachsenenalter schickt das Gerücht in die Welt, damit es meldet, dass es sich vor der Erzherzogin verbeugt. Das Vernünftige Alter verspricht, dass es Maria Antonia mit Fruchtbarkeit beglückt. Das Bevorstehende Zeitalter ruft Diana und bittet sie um die Abhaltung einer festlichen Jagd. Es kommen die übrigen Göttinnen dazu. Pallas versichert den Beteiligten, dass sie alle Feinde besänftigt und den Untertanen Treue auferlegt. Juno beschenkt die Erzherzogin mit Reichtum und Ruhm. Das Endende Zeitalter wünscht der Jubilarin Gesundheit und neue Kraft für das künftige Leben. Das Abgelebte Alter übergibt die Herrschaft symbolisch und lädt auf die Bühne die Musen ein, die auf Grundlage der Aufforderung von Apollo eine abschließende Huldigung singen.

Die Aufführung findet mit finanzieller Unterstützung des Visegrád-Fonds und der Botschaft der Republik Slowenien in Prag statt.

Více informací na webu: http://www.jhschmelzer.eu/

Schauspieler Cast

Megan Koch, Josefina Maldonado, Bree Nichols, Jason Nichols, T. Hastings Reeves
Regie: Rocc, künstlerischer Leiter: Veronika Manová
Costumes:Borjan Litovski (MK)

Tickets

17. 7. 2019
18. 7. 2019
19. 7. 2019
20. 7. 2019

21.-24. 7., 19:00 Uhr

Pietro Andrea Ziani: L’Elice (Wien 1666)

Neuzeitliche Premiere der Oper

Die Komische Oper mit Elementen der Commedia dell´arte, komponiert für den Geburtstag der Mutter des Kaisers Leopold I., behandelt frei den Mythus über die Nymphe Callisto, die hier in Elice umbenannt wurde. Diese würde als Freundin von Diana keusch bleiben und sich Liebesaffären entsagen. Besonders ihr königlicher Vater Lykaón achtet darauf. Verkleidet als Höfling, versucht sie nämlich Jupiter selbst zu verhören. Als der unwissende König versucht, ihn mit einem Speer zu vertreiben, trifft er nicht und verwandelt sich in einen Wolf. Die sündige Elice dann durch Diana in eine Bärin. Jupiter nutzt jedoch diese Methamorphose auf seine Art und nimmt seine Geliebte als Sternbild in den Himmel mit. Zum Schluss der Oper tanzten des Kaisers Schwestern selbst Ballett zu einer Musik von Johann Heinrich Schmelzer, die in einzigartiger Weise in Kroměříž (Kremsier) erhalten wurde.

Schauspieler Cast

Hana Holodňáková, Helena Kalambová, Martin Ptáček, Jiří Poláček, Vincenc Ignác Novotný, Isabella Shaw, Rostislav Baláž
Regie: Tomáš Hanzlík

Tickets

21. 7. 2019
22. 7. 2019
23. 7. 2019
24. 7. 2019

25.- 28. 7., 19:00 Uhr

Tomáš Hanzlík: Lacrimae Alexandri magni (Lipník nad Bečvou/Leipnik 1764, 2007)

Neobarockoper

Das ursprünglich in Latein geschriebene Theaterstück sollte die Studenten des Piaristengymnasiums zum Ehrgeiz motivieren. Dennoch ironisiert die Handlung, die auf einer kurzen Episode aus Plutarchs Biografie von Alexander des Großen beruht, eher diesen Charakterzug. Der zwölfjährige mazedonische Prinz legt sich das Orakel seiner Tränen als Folge von seines Vaters Niederlage im Krieg aus. In dem Moment, als er mit der eigenen Armee aufbricht, um seinem Vater zu helfen, kommt ein Bote, um den Sieg des Vaters zu prophezeien. Alexander bricht in diesem Moment in Tränen aus, da er das Gefühl hat, dass er seinem Vater nie gewachsen sein werde.

Schauspieler Cast

Jiří Kukal, Filip Dámec, Bedřich Lévi, Raman Hasymau, Vincenc Ignác Novotný, Aleš Procházka, Jan Vaculík, Sergej Sanža, Michal Bumbálek, Pavel Doucek (divadlo Facka). V roli Historica se představí jako host Jan Přeučil.
režie Tomáš Hanzlík

Tickets

25. 7. 2019
26. 7. 2019
27. 7. 2019
28. 7. 2019